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Der Autor Christian Broecking ist am 02. Februar 2021 gestorben.

Christian Broecking hielt fest, was der Jazz zwischen Amerika, Afrika und Europa über die Freiheit zu erzählen hatte. Nun ist der Berliner Publizist 63-jährig verstorben.

— Ulli Stock, Die ZEIT Online

Die Nachricht hat uns zutiefst erschüttert: Dr. phil. Christian Broecking, der ebenso kluge wie klare, der ebenso kenntnisreiche wie kritische Wegbegleiter unseres Festivals ist am 2. Februar in Berlin verstorben. Seine Bedeutung nicht nur für Enjoy Jazz, sondern für den Jazz in Deutschland und darüber hinaus kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn Broecking war wahrlich einzigartig in seiner stets auf Vermittelbarkeit bedachten Verbindung von Wissenschaftlichkeit und Empathie.

— Rainer Kern, Enjoy Jazz

Der Enzyklopädist Christian Broecking nahm die Jazzer so ernst wie sie ihn. Jetzt ist dieser grandiose Kritiker, Forscher, Soziologe und Radiomann mit 63 Jahren gestorben.

— Andrian Kreye, Süddeutsche Zeitung

Es gibt Lebenslinien und Notenlinien, und beide haben oft erstaunlich viel miteinander zu tun. Christian Broecking, Jazzkritiker, Kulturforscher und Kolumnist auch des Tagesspiegels über viele Jahre, wusste um diese Verbindungen. Er spürte sie auf, suchte nach den Erfahrungen, die sich in Musik niederschlugen, fasziniert von dem Ausdruckswillen jener Musiker, die sich allerdings nicht um Noten scherten, sondern Töne spielten, nie gehörte, freie Töne, von denen eine Linie zurück in die Vergangenheit reicht und eine in die Zukunft.

— Kai Müller, Der Tagesspiegel

Hierzulande wurde Christians Buch durchaus kritisch rezipiert – weniger wegen des Inhalts, eher wegen der Methode. Denn er folgte auch später selten einer Arbeitshypothese, die es zu verifizieren galt, oder einem Narrativ, von dessen Wahrheit er überzeugt war. Vielmehr sollten die Aussagen seiner Gesprächspartner/-innen für sich stehen, unkommentiert durch ihn als Autor, um die Wahrhaftigkeit und Dringlichkeit des Anliegens der durch ihn befragten Menschen unverfälscht wiederzugeben.

— Martin Laurentius, Jazz Thing

Broecking, who cultivated relationships with many musicians he interviewed and wrote about, including George E. Lewis and Wynton Marsalis, was a delegate at the JJA-Columbia University colloquium “Jazz in the Global Imagination,” held in September 2007.

— Howard Mandel, JJA

Er schrieb für die Berliner Zeitung und war der erste Direktor des Berliner Jazz-Radios. Nun ist Christian Broecking im Alter von 63 Jahren gestorben.

— Jens Balzer, Berliner Zeitung

Er kannte sie alle. Herbie Hancock, Sonny Rollins oder Cassandra Wilson interviewte er viele Male, Ornette Coleman besuchte er nach Konzerten, mit Wynton Marsalis war er eng befreundet. Wenn man Christian Broecking traf, tauchte man mit ihm tief ein in die Welt des Jazz. Doch Christian erzählte keine ollen Kamellen, wiederholte sich nicht, nein, er war lebendig im Jazz und der Jazz lebte in ihm.

— Jörg Sundermeier, taz